EUDR und Holz: Anforderungen, Pflichten und Umsetzung für Unternehmen
Die neue EU Deforestation Regulation (EUDR) verändert weltweit die Anforderungen an Lieferketten für Rohstoffe. Besonders betroffen ist der Rohstoff Holz und daraus hergestellte Produkte. Unternehmen, die Holz oder Holzprodukte in die EU importieren, herstellen oder handeln, müssen künftig nachweisen, dass diese Produkte nicht mit Entwaldung in Verbindung stehen. Die Verordnung betrifft tausende Unternehmen in Europa, von Möbelherstellern über Papierproduzenten bis hin zu Handelsunternehmen.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Was die EUDR für Holz konkret bedeutet
- Welche Unternehmen betroffen sind
- Welche Daten benötigt werden
- Welche Herausforderungen bei der Umsetzung entstehen
- Welche digitalen Lösungen Unternehmen unterstützen können
Was ist die EUDR?
Die EU Deforestation Regulation (EUDR) ist eine EU-Verordnung zur Bekämpfung globaler Entwaldung und Waldschädigung. Sie verpflichtet Unternehmen dazu sicherzustellen, dass bestimmte Rohstoffe nicht aus entwaldeten Flächen stammen.
Die Verordnung wurde eingeführt, weil ein erheblicher Teil der globalen Entwaldung durch den internationalen Handel mit Rohstoffen verursacht wird.
Die EUDR betrifft folgende Rohstoffe:
- Holz
- Soja
- Kaffee
- Kakao
- Palmöl
- Rindfleisch
- Kautschuk
Unternehmen dürfen diese Produkte nur dann in der EU verkaufen oder exportieren, wenn sie nachweisen können, dass sie:
- entwaldungsfrei produziert wurden
- legal hergestellt wurden
- durch eine Sorgfaltserklärung (Due Diligence Statement) dokumentiert sind
Warum Holz besonders im Fokus der EUDR steht
Holz ist einer der wichtigsten Rohstoffe im internationalen Handel und wird in zahlreichen Industrien verwendet.
Gleichzeitig ist Holzproduktion in vielen Regionen der Welt ein wesentlicher Treiber für Entwaldung.
Typische Branchen mit Holz-Lieferketten sind:
- Möbelindustrie
- Bauindustrie
- Papier- und Zellstoffindustrie
- Verpackungsindustrie
- Einzelhandel
- Import- und Handelsunternehmen
Viele Unternehmen unterschätzen dabei, dass auch verarbeitete Holzprodukte unter die EUDR fallen können.
Beispiele:
- Holzplatten
- Möbel
- Holzverpackungen
- Holzbestandteile in Produkten
Welche Holzprodukte unter die EUDR fallen
Die Verordnung definiert betroffene Produkte über sogenannte HS-Codes (Harmonized System Codes).
Zu den wichtigsten Holzprodukten gehören:
- Rundholz
- Schnittholz
- Sperrholz
- Furniere
- Holzplatten
- Möbel
Unternehmen müssen prüfen, ob ihre Produkte unter die betroffenen Zolltarifcodes fallen. In vielen Fällen sind nicht nur Rohstoffe, sondern auch weiterverarbeitete Produkte betroffen.
Welche Unternehmen von der EUDR betroffen sind
Grundsätzlich unterscheidet die EUDR zwischen zwei Rollen:
Primary Operators
Primary Operators bringen betroffene Produkte erstmals auf den EU-Markt oder exportieren sie.
Beispiele:
- Importeur von Holz
- Möbelhersteller mit Holzrohstoffen
Primary Operators tragen die volle Verantwortung für die Due-Diligence-Prüfung.
Händler (Trader)
Händler verkaufen Produkte innerhalb der EU weiter. Sie sind in der Wertschöpfungskette eine Stufe hinter dem Primary Operator.
Ihre Pflichten sind etwas geringer, sie müssen jedoch ebenfalls:
- Lieferketten dokumentieren
- Informationen speichern
- Rückverfolgbarkeit gewährleisten
Welche Daten Unternehmen für Holz-Lieferketten sammeln müssen
Ein zentraler Bestandteil der EUDR ist die vollständige Rückverfolgbarkeit der Lieferkette bis zur Waldfläche.
Unternehmen müssen folgende Informationen erfassen:
Geolokationsdaten
- genaue Koordinaten der Waldfläche
- Größe der Anbaufläche
Diese Daten sind entscheidend, um zu prüfen, ob die Fläche nach dem 31. Dezember 2020 entwaldet wurde.
Lieferketteninformationen
Unternehmen müssen alle Akteure der Lieferkette dokumentieren:
- Produzenten
- Händler
- Zwischenhändler
- Verarbeiter
Produktionsdaten
Zusätzlich sind Angaben notwendig zu:
- Produktart
- Produktionsland
- Menge der Rohstoffe
Legalitätsnachweise
Unternehmen müssen nachweisen, dass der Rohstoff im Ursprungsland legal produziert wurde, beispielsweise durch:
- Genehmigungen
- lokale Umweltauflagen
- Arbeits- und Landnutzungsrechte
Die drei zentralen Schritte der EUDR Due Diligence
Die EUDR verlangt von Unternehmen ein strukturiertes Due-Diligence-System.
Dieses besteht aus drei zentralen Schritten:
1. Informationssammlung
Unternehmen müssen alle relevanten Daten zur Lieferkette erfassen.
Dazu gehören:
- Lieferanteninformationen
- Geolokationsdaten
- Produktdaten
2. Risikoanalyse
Unternehmen müssen bewerten, ob ein Risiko besteht, dass der Rohstoff mit Entwaldung verbunden ist.
Faktoren können sein:
- Herkunftsland
- Entwaldungsrate in der Region
- Transparenz der Lieferkette
3. Risikominderung
Wenn ein Risiko identifiziert wird, müssen Unternehmen Maßnahmen ergreifen, beispielsweise:
- zusätzliche Lieferantenprüfungen
- unabhängige Audits
- alternative Lieferanten
Herausforderungen bei der Umsetzung der EUDR für Holz
Die praktische Umsetzung der Verordnung stellt viele Unternehmen vor neue Herausforderungen.
Komplexe Lieferketten
Holzprodukte durchlaufen oft mehrere Produktionsstufen und Zwischenhändler.
Fehlende Geodaten
Viele Lieferanten verfügen derzeit noch nicht über präzise Geokoordinaten der Anbauflächen.
Datenmanagement
Unternehmen müssen große Mengen an Lieferketten- und Nachhaltigkeitsdaten verwalten.
Zusammenarbeit mit Lieferanten
Viele Unternehmen müssen erstmals systematisch Nachhaltigkeitsdaten von Lieferanten einfordern.
Wie Unternehmen sich auf die EUDR vorbereiten können
Unternehmen sollten frühzeitig mit der Umsetzung beginnen.
Wichtige Schritte sind:
Betroffenheit analysieren
Prüfen Sie, ob Ihre Produkte unter die EUDR fallen.
Lieferketten kartieren
Identifizieren Sie alle Lieferanten und Produktionsstufen.
Datenanforderungen definieren
Klären Sie frühzeitig, welche Informationen Ihre Lieferanten bereitstellen müssen.
Risikoanalyse durchführen
Bewerten Sie Entwaldungsrisiken entlang der gesamten Lieferkette.
Digitale Lösungen nutzen
Softwarelösungen können helfen, Lieferketten strukturiert zu dokumentieren und EUDR-Anforderungen effizient umzusetzen.
Webinar: EUDR und Holz – Anforderungen verstehen und praxisnah umsetzen
Die Anforderungen der EU Deforestation Regulation (EUDR) werfen in vielen Unternehmen konkrete Fragen auf. Besonders bei Holz-Lieferketten entstehen Unsicherheiten rund um Datenerhebung, Risikoanalyse und die Erstellung der Due-Diligence-Erklärung.
In unserem Webinar zeigen wir praxisnah, wie Unternehmen die Anforderungen der EUDR verstehen und umsetzen können.
Im Webinar erfahren Sie unter anderem:
- welche Holzprodukte unter die EUDR fallen
- welche Daten Unternehmen von Lieferanten benötigen
- wie eine Risikobewertung für Entwaldung durchgeführt wird
- welche Schritte Unternehmen jetzt einleiten sollten
- wie sich EUDR-Anforderungen digital abbilden lassen
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Top Software für EUDR Compliance
Die Umsetzung der EU Deforestation Regulation (EUDR) erfordert ein strukturiertes Datenmanagement entlang der gesamten Lieferkette.
Unternehmen müssen:
- Lieferketten dokumentieren
- Geolokationsdaten verwalten
- Risikoanalysen durchführen
- Due-Diligence-Erklärungen erstellen
Für viele Unternehmen wird daher spezialisierte EUDR-Software zu einem wichtigen Bestandteil der Umsetzung.
Wichtige Funktionen von EUDR-Software
Eine geeignete Lösung sollte Unternehmen dabei unterstützen:
- Lieferketten transparent abzubilden
- Lieferantendaten strukturiert zu sammeln
- Geolokationsdaten zu verwalten
- Entwaldungsrisiken zu analysieren
- regulatorische Anforderungen zu dokumentieren
ESG-Software für EUDR: Lösungen wie cubemos
Moderne ESG-Softwarelösungen wie cubemos unterstützen Unternehmen dabei, EUDR-Anforderungen effizient umzusetzen.
Mit der Software können Unternehmen unter anderem:
Lieferketten digital erfassen
- Lieferanten und Produktionsstufen dokumentieren
- Rohstoffströme transparent abbilden
EUDR-relevante Daten sammeln
- Geolokationsdaten verwalten
- Lieferanteninformationen zentral speichern
- Produktdaten dokumentieren
Risikoanalysen durchführen
- Entwaldungsrisiken bewerten
- Risikoregionen identifizieren
- Dokumentation für Audits vorbereiten
Due-Diligence-Prozesse strukturieren
- Datensammlung automatisieren
- Dokumentation zentral verwalten
- regulatorische Anforderungen effizient erfüllen
Gerade bei komplexen Holz-Lieferketten mit vielen Zulieferern kann eine digitale Lösung helfen, die Anforderungen der EUDR skalierbar und revisionssicher umzusetzen.
FAQ zur EUDR und Holz
Was bedeutet EUDR für Holzprodukte?
Die EU Deforestation Regulation (EUDR) verpflichtet Unternehmen dazu nachzuweisen, dass Holzprodukte nicht aus entwaldeten Flächen stammen. Dafür müssen Unternehmen detaillierte Lieferketteninformationen und Geodaten sammeln und eine Due-Diligence-Erklärung abgeben.
Welche Holzprodukte sind von der EUDR betroffen?
Die EUDR betrifft zahlreiche Holzprodukte, darunter:
- Rundholz
- Schnittholz
- Sperrholz
- Möbel
- Holzverpackungen
Ob ein Produkt betroffen ist, wird über den jeweiligen HS-Code definiert.
Welche Daten müssen Unternehmen für Holzlieferketten sammeln?
Unternehmen müssen unter anderem folgende Daten erfassen:
- Geokoordinaten der Waldfläche
- Produktionsland
- Lieferanteninformationen
- Produktmenge
- Legalitätsnachweise
Müssen auch Händler die EUDR erfüllen?
Ja. Händler müssen Informationen zu ihren Lieferanten und Kunden dokumentieren und die Rückverfolgbarkeit der Produkte sicherstellen, wenn sie entweder Primary Operator sind oder sich an erster Stelle in der Lieferkette befinden.
Welche Risiken drohen bei Verstößen gegen die EUDR?
Unternehmen, die die Anforderungen nicht erfüllen, müssen mit Sanktionen rechnen, darunter:
- hohe Geldstrafen
- Verkaufsverbote
- Beschlagnahmung von Waren
Fazit: EUDR verändert Holz-Lieferketten nachhaltig
Die EU Deforestation Regulation (EUDR) wird die Transparenz in globalen Lieferketten deutlich erhöhen.
Für Unternehmen bedeutet das vor allem:
- neue Anforderungen an Lieferketten-Daten
- stärkere Zusammenarbeit mit Lieferanten
- strukturierte Risikoanalysen
Unternehmen, die frühzeitig mit der Umsetzung beginnen und digitale Lösungen einsetzen, können regulatorische Risiken reduzieren und ihre Lieferketten langfristig nachhaltiger gestalten.

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