Stakeholder

Resources

Inhaltsverzeichnis

  1. EU CSRD - Corporate Sustainability Reporting Directive
  2. LkSG - Lieferkettengesetz
  3. Stakeholderanalyse und Bestimmung der Wesentlichkeit
  4. ESG-Kriterien erfüllen

EU CSRD - Corporate Sustainability Reporting Directive

Was ist für mittelständige Unternehmen wichtig?

Frage

CSRD Gesetzgebung

Zeit: Wann tritt die Regulierung in Kraft?

Für die Berichterstattung im Jahr 2023 tritt die Gesetzgebung in Kraft.

Geltung: Für wen wird die Regulierung gelten?

In 2023 tritt die Regulierung für Unternehmen in Kraft, die folgende Kriterien erfüllen:

•mehr als 250 Mitarbeiter und/oder

•mehr als EUR 40 m Umsatz und/oder

•mehr als EUR 20 m Bilanzsumme

Kleinere Unternehmen werden noch 3 Jahre mehr Vorbereitungszeit bekommen.

Veröffentlichung: Wo muss berichtet werden?

Die zu veröffentlichenden Informationen sind Teil des Lageberichts imJahresabschluss. Zudem muss der Report in digitaler Form (XHTML) zur Verfügunggestellt werden.

Prüfung: Ist eine Prüfung der Inhalte notwendig?

Ja, die Inhalte müssen vom Wirtschaftsprüfer mit „limited assurance“ bestätigt werden.

Prozesse: Welche Konzepte und Prozesse müssen angewendet werden?

•Prozess, um die „Materialität“ oder Wesentlichkeit vom Einfluss des Unternehmens auf seine Stakeholder zu bestimmen

•Anwendung vom Konzept der doppelten „Materialität“ oder Wesentlichkeit: Von welchen externen Faktoren wird das Unternehmen beeinflusst und welchen Einfluss hat das Unternehmen auf seine Umwelt und sein Umfeld

•Es müssen die Nachhaltigkeitsziele und der Fortschritt der Zielerreichung berichtet werden

•Die EFRAG veröffentlicht den Standard nach dem das Reporting stattfinden muss. Der Standard orientiert sich an der GRI.

Inhalte: Welche Inhalte müssen berichtet werden?

•Umweltschutz

•Soziales (inb. Verantwortung ggü. Mitarbeiterinnen & Mitarbeitern)

•Gleichbehandlung

•Achtung der Menschenrechte

•Governance (insb. Korruption, Geldwäsche, Kollusion)

LkSG - Lieferkettengesetz

Menschenrechte und Nachhaltigkeit gewinnen heutztage mehr und mehr Bedeutung. Die Wahrung der Menschenrechte und des Umweltschutzes entlang der Lieferkette gehört zur Verantwortung eines Unternehmens. Diese Verantwortung wird ab dem 1. Januar 2023 verpflichtet und ist im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) festgeschrieben. Für Unternehmen ist das Gesetz eine Chance die Lieferkette nachhaltig aufzustellen.

Definition

Eine Lieferkette umfasst alle Schritte in der Herrstellung eines Produktes bzw. einer Dienstleistung inklusiv der Schritte, die im Ausland und damit unter anderer Gesetzgebung stattfinden. Nach dem LkSG ist eine Firma nicht nur für das Einhalten der Regeln im Inland zuständig, sondern muss auch dafür sorgen, dass sie entlang der gesamten Lieferkette eingehalten werden. Dabei unterscheidet man folgende Schritte:

  • eigener Geschäftsbereich:   Sorgfaltspfilcht im eigenen Unternehmen
  • Unmittelbare Zulieferer:   Sorgfaltspflicht der direkten Partnern
  • Mittelbare Zulieferer:   Sorgfaltspflichtder indirekten Partnern

Somit ist jedes Unternehmen verantwortlich für seine gesamte Lieferkette, um internationale Menschenrechte und die Umwelt zu schützen, wobei der Fokus auf dirketen Zulieferern gesetzt wird.

Was genau wird geschützt?

Damit man dem Menschen und der Umwelt schützt wird im LkSG folgendes verboten:

Mensch
Umwelt

Kindrarbeit, Zwangsarbeit

Verwendung gefährlicher Chemikalien

Diskriminierung

Umweltunfreundliche Entsorgung von Abfällen

Unangemessener Lohn

Entzug von Land, Wäldern und Gewässer

Für wen gilt das Gesetz?

Betroffen sind Unternehmen, die ansässig in Deutschland sind mit mind. 3.000 Arbeiter im Inland (ab 2024 1.000 Arbeiter) (vgl. § 1 Abs. 1 S. 1 LkSG).

  • Der eigene Geschäftsbetrieb eines Unternehmens ist vom LkSG betroffen. Dabei ist der gesamte Vorgang von der Produktion bis zur Verwertung des Produktes eingeschlossen.
  • Die unmittelbaren Zulieferer sind die direkten Partner eines Unternehmens, die für die Lieferung eines Produktes bzw. Zustellung der Dienstleistung zuständig sind und sind daher auch durch das LkSG zur Sorgfalt verpflichtet.

Warum wird das LkSG umgesetzt?

"When we heal our earth we heal ourselves."

Ziel ist es die Verbesserung der Umwelts- und globalen Menschenrechtslage. Dabei liegt die Verantwortung auf der gesamten Lieferkette des Unternehmens. International agierende Unternehmen verbreiten das Prinzip der Sorgfalt entlang der Lieferkette damit auf globaler Ebene. Sie haben die Chance einen Wettbewerbsvorteil aufzubauen,  da sie mit der Wahrung der Menschenrechte und Umweltbelangen gesetzliche Anforderungen und Kundenansprüche erfüllen.

Wie wird das LkSG in Unternehmen umgesetzt?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stellt den jährlichen Prozess zur Einhaltung des LkSG wie unten gezeigt dar.

Schritt
LkSG Gesetzgebung

Risikoanalyse(§ 5 LkSG) : Welche Risken gibt es? Inweifern ist das Risiko gefährlich? Welche sind dringender?

Identifizierung
Bewertung
Priorisierung

Grundsatzerklärung
(§ 6 LkSG): Wie geht man die Risikoanalyse an?

Vorgehen zur Implementierung der Risikoanalyse beschreiben

Präventionsmaßnahmen (§ 6 LkSG): Welche Maßnahmen werden durchgeführt, um menschen-rechtlichen und umweltbezogenen Schutz zu erzielen?

Im eigenen Geschäftsbereich und bei unmittelbaren Zulieferern geeignete Kontrollmaßnahmen sowie Schulungen einführen

Beschwerdeverfahren (§ 8 LkSG): Was sind die Konsequenzen, falls Verletzungen stattfinden?

Hinweise auf Verstöße, die mindestens jährlich durchgesucht werden

Überprüfung: Welche Verstoßungen sind aufgetreten?

Durchführung der Kontrollmaßnahmen im eigenen Geschäftsbereich. Bei Zuliefern Vereinbarung für Überprüfung

Abhilfemaßnahmen (§7 LkSG): Welche Abhilfemaßnahmen sollen getroffen werden, um gegen Verstöße vorzugehen

Beendigung der Verstöße im eigenen Geschäftsbereich. Falls bei Zuliefern das nicht möglich ist, dann Minimierung der notwendigen Geschäftsbeziehungen

Dokumentation (§ 10 LkSG): Belegen, dass die Sorgfaltspflicht regelmäßig erfüllt wird?

Transparente Dokumentation der Risikoanalyse Maßnahmen

Was sind die Konsequenzen für Unternehmen, falls sie das LkSG nicht folgen?

Den Unternehmen, die gegen das Gesetz verstoßen, drohen hohe Sanktionen und der Geschäftsleitung Haftungsrisiken. Bußgelder von bis zu 800.000 € können verhängt werden. Die Sanktionen können in der Höhe von bis zu 2% des durchschnittlichenJahresumsatzes (fürUnternehmen mit Umsatz höher als 400 Mio €). Weitere Konsequenzen bestehen im Ausschluss von der Vergabeöffentlicher Aufträge wie Liefer-, Bau- oder Dienstleistungsauftrages von öffentlichen Auftraggebern, welches nur mit Beweis einer Selbsteinigung aufgehalten werden (vgl. § 125GWB).

Key takeaways für mittelständische Unternehmen:

  1. Das LkSG zielt auf bessere Zukunft für Mensch und Umwelt auf einem globalen Level ab
  2. Ab dem 1. Januar 2023 haben Unternehmen mit mind. 3.000 Arbeitnehmern eine Sorgfaltspflicht für Meschenrechte und Umweltschutz sowohl im eigenen Geschäftsbereich als auch bei direkten Zuliefern
  3. Ab dem 1. Januar 2024 gilt die LkSG ab einer Grenze von 1.000 Arbeitnehmern
  4. Die wichtigsten Schritte zur Durchführung sind:
    i. Risikoanalyse: Bewertung, Identifizierung und Priosrisierung der Risiken
    ii. Kontrollmaßnahmen und Schulungen gegen Verstöße durchführen
    iii. Risikobehaftete Verfahren beenden
    iv. Jährliche Dokumentation der Risikoanalyse und der Maßnahmen

Stakeholderanalyse und Bestimmung der Wesentlichkeit - In 3 Schritten zur erfolgreichen Durchführung

Stakeholder und Wesentlichkeitsanalysen sind nach der EU Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und dem Standard der GRI (Global Reporting Initiative) verpflichtend.

Das Ziel einer Stakeholderanalyse und der Bestimmung der Wesentlichkeit ist, dass das Unternehmen seine Anstrengungen im Nachhaltigkeitsbereich priorisieren kann.

Die Analysen zeigen, wo der größte Einfluss des Unternehmens besteht. Damit können die wichtigsten Handlungsfelder aus den Nachhaltigkeitsbereichen „Environment“, „Social“ und „Governance“ (ESG) bestimmt werden.

Die Bestandteile einer solchen Analyse sind:

  1. Stakeholderanalyse
    i. Auflistung der Stakeholder
    ii. Bestimmung der Relevanz der Stakeholder
  2. Wesentlichkeitsanalyse

1. Stakeholderanalyse

Eine Stakeholderanalyse identifiziert im ersten Schritt die Interessengruppen eines Unternehmens. Im zweiten Schritt ermittelt sie deren Erwartungen und Anforderungen an das Unternehmen.

1. Auflistung der Stakeholder

Der erste Schritt ist die Auflistung der Stakeholder des Unternehmens. Die zentrale Frage ist:

Zu wem hat das Unternehmen Beziehungen und wer ist von den Handlungen des Unternehmens direkt oder indirekt betroffen?

Unten ist eine Tabelle mit Beispielen von Stakeholder-gruppen  aufgeführt:

Stakeholder
Beispiel

Zulieferer

Rohmaterial,Versorger

Interessensvertreter

Betriebsrat,Verbände

Mitarbeiter

Management, Arbeitnehmer, Leiharbeiter, indirekte Mitarbeiter (Zulieferer)

Wettbewerber

Direkte,Indirekte (Substitute)

Öffentlichkeit

Medien(Soziale), Politik

Natur und Umwelt

Biodiversität, CO2

Partner

Kooperationspartner, Vertriebspartner

Kapitalgeber

Banken, Aktionäre, Versicherungen

Staat

Behörden, Finanzamt, Rechtssystem

Kunden

Direkte Kunden, indirekte Kunden


2. Bestimmung der Relevanz der Stakeholder

Im zweiten Schritt muss bestimmt werden, wie hoch der Einfluss des Unternehmens auf die Stakeholdergruppe ist und umgekehrt, wie hoch der Einfluss der Stakeholdergruppe auf das Unternehmen ist.

Dazu müssen die Stakeholdergruppen in einer Stakeholdermatrix angeordnet werden.

Die Handlungen des Unternehmens sollten insbesondere mit den Interessen der Stakeholdergruppen aus dem Quadranten 2 und dem Quadranten 4 abgeglichen werden.

2. Wesentlichkeitsanalyse

Die Wesentlichkeitsanalyse bestimmt die Handlungs-prioritäten für das Unternehmen in den Nachhaltigkeitsbereichen „Environment“, „Social“ und „Governance“ (ESG).

Dazu wird eine Wesentlichkeitsmatrix erstellt. In die Wesentlichkeitsmatrix werden Handlungsfelder des Unternehmens im Nachhaltigkeitsmanagement eingetragen. Wir empfehlen die 18 ESG Bereiche einzutragen, abgeleitet aus den Reporting Standrads der GRI.

Die Positionierung der einzelnen Handlungsfelder bestimmt sich aus der Bedeutung für die wichtigsten Stakeholdergruppen (aus Qudrant 2 der Stakeholdermatrix) und der Bedeutung für dasUnternehmen (abgeleitet aus der Unternehmensstrategie).

Die wesentlichen Handlungsfelder für das Unternehmen sind wieder die Quadranten 2 und 4. Hieraus sollte das Unternehmen Maßnahmen zur Verbesserung ableiten und Kennzahlen erheben, um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess einzuleiten.

Die wesentlichen Handlungsfelder des Unternehmens befinden sich in den beiden rechten Quadranten der Wesentlichkeitsmatrix.

  1. Energieverbrauch
  2. Wasserverbrauch
  3. Einkaufsrichtlinien
  4. CO2 Emissionen
  5. Sonst. Emissionen
  6. Abfallmenge
  7. Biodiversität
  8. Löhne
  9. Arbeitsschutz
  10. Arbeitsbedingungen
  11. Gleichbehandlung
  12. Beschwerdewesen
  13. Governance Richtlinien
  14. Kommunaler Einfluss
  15. Steuerpolitik
  16. Unternehmensethik
  17. Lobby-Arbeit
  18. Richtlinie für Investitionen


ESG Kriterien erfüllen –

3 notwendige Schritte für mittelständische Unternehmen

ESG Compliance ist die Einhaltung von Nachhaltigkeitsrichtlinien im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environment, Social und Governance). Die Einhaltung dieser Richtlinien wird immer mehr zum zentralen Faktor für unternehmerischen Erfolg. Kunden, Mitarbeiter, Investoren, Gesellschaft und Politik fordern Transparenz und nachhaltiges Wirtschaften. Wer heute nicht handelt, riskiert die Zukunftsfähigkeit und Finanzierbarkeit seines Unternehmens.

Nachhaltigkeit ist in der Welt von kleinen und mittelständischen Unternehmen sehr präsent. Immer mehr Ausschreibungstexte und Vergabeverfahren verlangen Nachweise über die Einhaltung von ESG-Kriterien. Noch schwerer wiegt jedoch das Risiko der Finanzierbarkeit des Unternehmens. Da in der Finanzwelt das Thema bereits ein wichtiges Steuerkriterium ist, bekommen Unternehmen heute schon keine Bankkredite mehr, die nicht nachhaltige Geschäftsbeziehungen haben (siehe Commerzbank) oder, trotz nachhaltiger Aufstellung, dies nicht nachweisen können. So hängen Kreditkonditionen maßgeblich davon ab, ob sich ein Unternehmen zukunftsfähig aufstellt und die Einhaltung von Richtlinien transparent kommunizieren kann.

Auch politisch ist die ESG Compliance für Unternehmen schon längst im Fokus. Bereits seit 2018 ist die Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten für große Unternehmen in der EU verpflichtend (Richtlinie 2014/95/EU). Diese Verpflichtung wird aktuell mit der Corporate Sustainability Reporting Directive(CSRD) noch weiter konkretisiert und in Kriterienkatalogen fixiert. Im Frühjahr 2021 hat die EU-Kommission einen Vorschlag zur Erweiterung der Richtlinie auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vorgelegt.

Aber wie müssen sich kleine und mittelständische Unternehmen aufstellen, um ESG Kriterien zu erfüllen und die gesetzlich und gesellschaftlich geforderte Einhaltung der Richtlinien im Nachhaltigkeitsbereich zu erreichen?

Wir haben drei wichtigsten Schritte zusammengestellt, die jedes Unternehmen durchführen sollte, um ESG Richtlinien einzuhalten. Wir beschreiben welche gültigen Regelwerke existieren und wie man die Kriterien erfüllt.

Für die Einhaltung der ESG Kriterien sind notwendig:

1.Bewertung der Wesentlichkeit („Materiality Assessment“) – Welche ESG Kriterien sind für mein Unternehmen besonders relevant?

2.Berichterstattung („Report Information“) – Welche Managementsysteme sind implementiert und welche Kennzahlen werden erzielt?

3.Verbesserungsprozess („Improvement“) – Welche ESG Ziele setzt sich das Unternehmen und welche Maßnahmen werden getroffen, um diese Ziele zu erreichen?

Schritt 1: Bewertung der Wesentlichkeit („Materiality Assessment“) – Welche ESG Kriterien sind für mein Unternehmen besonders relevant?

Das Ziel des „Materiality Assessments“ ist es, genau die jenigen ESG-Kriterien zu ermitteln, die für das Unternehmen besonders relevant sind. Dazu muss ein Unternehmen seinen Einfluss auf die Umwelt bestimmen und die größten, daraus resultierenden Auswirkungen erfassen.

Für diese Analysen existieren zwei verwandte, relevante Konzepte:

a. Die Sustainability Development Goals (SDG) der UN

b. Das „Materiality Assessment“ aus den Standards der Global Reporting Initiative (GRI)

Die Sustainability DevelopmentGoals (SDG) der UN

Die Sustainable Development Goals (SDG) der UN definieren eine generelle und übergeordnete Richtlinie auf staatlicher Ebene. Die Richtlinie umfasst 17 Nachhaltigkeitsziele und ist Teil der UN-Agenda 2030. Anhand dieser Ziele kann ein Unternehmen seinen Einfluss auf die Umwelt hinterfragen und klassifizieren. Im folgenden Bild sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN dargestellt.

Es stellt sich die Frage was aus diesen Zielen für Unternehmen abzuleiten ist. Nehmen wir als Beispiel das Ziel 3 der SDG: „Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens aller Menschen und jeden Alters“.

Daraus lässt sich für ein Unternehmen z.B. ableiten, dass ...

  • auf Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit entlang der gesamten Lieferkette geachtet wird und
  • Umweltverschmutzungen, welche die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen, vermieden werden.

Hier greift das zweite Konzept. Es bricht die übergeordneten Ziele für Unternehmen deutlich konkreter herunter.

Das „Materiality Assessment“ aus den Standards der Global Reporting Initiative (GRI)

Durchdie Reporting Standards der Global Reporting Initiative(GRI) werden die SDGs referenziert und in konkrete Ziele und Handlungsanweisungen für Organisationen und Unternehmen heruntergebrochen.

Der zentrale Ansatzpunkt der GRI Standards ist eine Analyse der Interessengruppen (Stakeholder Analysis). Anhand dieser Analyse lassen sich relevante Einflussfaktoren eines Unternehmens auf seine Umwelt bestimmen. Zu den „Stakeholdern“ eines Unternehmens können folgende Gruppen und Organisationen gehören:

  • Geschäftspartner
  • Organisationen der Zivilgesellschaft
  • Verbraucher
  • Kunden
  • Angestellte und andere Arbeitnehmer
  • Regierungen
  • lokale Gemeinschaften
  • Nichtregierungsorganisationen
  • Organisationen
  • Aktionäre und andere Investoren
  • Lieferanten
  • Gewerkschaften

Zunächst bestimmt das Unternehmen, auf welche dieser Gruppen der größte Einfluss besteht. Dieser Einfluss bestimmt, welche ESG Faktoren für das Unternehmen besonders relevant sind.

Beispielsweise ist für einen Bürobetrieb der CO2 Ausstoß eher zu vernachlässigen. Diversity Regularien können hingegen eine sehr hohe Bedeutung haben.

Das Ergebnis des ersten Schritts, dem „Materiality Assessment“, ist eine Gewichtung der ESG Faktoren des Unternehmens. Die einzelnen ESG Faktoren werden in nächsten Schritt beschrieben.

Schritt 2: Berichterstattung („Report Information“) – Welche Managementsysteme sind implementiert und welche Kennzahlen werden erzielt?

Typischerweise werden die ESG Faktoren der 3 ESG Bereiche eines Unternehmens in 18 Kategorien gegliedert:

Environment – Umweltfaktoren:

  • Energieverbrauch
  • Wasserverbrauch
  • Einkaufsprozess und -richtlinien
  • Treibhausgasemissionen (GHG)
  • Emissionen von anderen schädlichen Substanzen (non-GHG)
  • Verschmutzung und Abfall
  • Beeinträchtigung von Ökosystemen

Social – Soziale Faktoren

  1. Mitarbeiterlöhne
  2. Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz der Belegschaft
  3. Nachhaltige Arbeitsbedingungen
  4. Diversity und Vermeidung von Diskriminierung
  5. Prozess für Mitarbeiteranliegen
Governance – Unternehmensorganisation und -führung
  • Offenlegung der Governance-Struktur
  • Einfluss auf Organistionen und Gruppen im Unternehmensumfeld
  • Steuerpolitik
  • Prozesse und Richtlinien für Unternehmensethik
  • Lobbytätigkeiten
  • Prozesse und Richtlinien für Investments

Die sogenannten „Topic Standards“ der GRI bestimmen die Art und Weise, wie die einzelnen Kategorien berichtet werden. Zum Beispiel fordern die „Topic Standards“ für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz (GRI 403), dass ein Arbeitsschutzmanagementsystem implementiert ist, Arbeitsmedizinische Dienste vorhanden sind und regelmäßig Mitarbeiterschulungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz stattfinden. Kennzahlen, die in diesem Bereich berichtet werden müssen, sind der Anteil der Belegschaft, die unter das Arbeitsschutzsystem fallen, die Anzahl der arbeitsbedingten Verletzungen und die Anzahl der arbeitsbedingten Krankheiten.

Ein weiteres Beispiel ist der Ausstoß von Treibhausgasen (GRI 305). In diesem Bereich gibt es insbesondere drei Rahmenvorgaben (Scopes), in denen die Emissionen berichtet werden sollen:

  • Direkte (Scope 1) Treibhausgasemissionen: Direkter Ausstoß durch die Produktionsprozesse des Unternehmens, die auch der direkten Kontrolle unterstehen.
  • Indirekte (Scope 2) Treibhausgasemissionen: Indirekter Ausstoß durch von der Organisation gekaufte Energie in Form von Elektrizität, Wärme, Kälte etc.
  • Indirekte (Scope 3) Treibhausgasemissionen: Indirekter Ausstoß, der nicht direkt von der Organisation kontrolliert wird. Bspw. durch zugelieferte Produkte, Distribution der eigenen Produkte oder auch durch Geschäftsreisen verursachten Ausstoß.

Ebenso soll die Intensität der Treibhausgasemissionen berichtet werden. Hier kommt es auf die Relation an, also wie viel Treibhausgas beispielsweise pro produzierte Einheit ausgestoßen wird und um wie viel sich das Unternehmen über die Zeit verbessern konnte.

Schritt 3: Verbesserungsprozess („Improvement“) – Welche ESG Ziele setzt sich das Unternehmen und welche Maßnahmen werden getroffen, um diese Ziele zu erreichen?

Anhand der einzelnen ESG Kriterien und deren Erfüllungsgrad kann muss sich ein Unternehmen Verbesserungsziele setzen. Daraus kann es Maßnahmen ableiten, um die gewünschten Verbesserungen zu erreichen.

Die in Schritt 1 durchgeführte Bestimmung der Wesentlichkeit gibt vor, welche Bereiche bei den Maßnahmen zur Verbesserung priorisiert werden sollten. Der Fokus der Maßnahmen sollte dort liegen, wo das Unternehmen den größten Einfluss auf seine Umwelt hat.

Im ESG Reporting des Unternehmens sollten sowohl die Ergebnisse der einzelnen ESG Faktoren als auch die gesetzten Ziele und die getroffen Maßnahmen beschrieben werden.

Typische Beispiele für Ansatzpunkte zur Verbesserung sind:

  • Sicherstellen, dass auch die Zulieferer ESG Standards einführen, den eigenen ESG Score messen und verbessern.
  • Durchführung von Schulungen und Audits zu Diversity in der Belegschaft und Verankerung einer Diversity-Richtlinie im Management des Unternehmens.
  • Reduktion der CO2 Intensität des Unternehmens, also dem Treibhausgasausstoß pro produzierte Einheit.

Dabei ist das Ziel, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Gang zu setzen. Die Ergebnisse müssen nachvollziehbar und in einem Audit verfügbar sein.

Nach diesen drei Schritten hätte ein Unternehmen die grundlegenden ESG Kriterien erfüllt, doch meist scheitert der Nachweis der ESG Kriterien an der Entwicklung von Erfassungssystemen, der Komplexität bei der Datenbeschaffung und Verarbeitung und der Abbildung der relevanten Regulatorik. Neben dem personellem Aufwand sind vor allem Kosten und Zeitaufwand die limitierenden Faktoren.

Daher bieten sich für diesen komplexen Prozess, von der Bestimmung der Wesentlichkeit, bis hin zur Berechnung des ESG Progress Scores und Abbildung der Verbesserungsprozesse softwarebasierte Systeme an. Damit kann eine sichere Erfassung, Auswertung und eine dauerhafte Dokumentation der benötigten Informationen sichergestellt werden. Dabei ist es wichtig, dass diese Systeme einerseits die wesentlichen Kriterien, Regularien und Zertifizierungen bereits darstellen, andererseits firmenspezifisch abbilden können, sodass jedes Unternehmen mit geringem Aufwand ESG Richtlinien erfüllen kann.

Dies ist von besonderer Bedeutung da die auf dem Markt vertretenen unterschiedlichen Bewertungssysteme (von Rating-Agenturen) oftmals nur vor dem Hintergrund Großunternehmen und Finanzmarkt orientierten Bewertungen entwickelt wurden, nicht einfach verfügbar sind und Reporting Lösungen oftmals nur unzureichend den „Social“ Bereich abdecken können.

Wir möchten kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen ihr eigenes ESG Reporting aufzusetzen und Richtlinien einzuhalten. Neben der notwendigen Expertise bieten wir ein softwarebasiertes System, das besonders den Anforderungen von KMU entspricht und einfach zu implementieren ist. So erreichen Sie das Ziel der ESG-Compliance, generieren aber gleichzeitig auch noch weitere Vorteile für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens.

Wussten Sie, dass verstärkt hohe Investitionen in nachhaltige Unternehmen fließen? Ende 2020 erreichte das europäischen ESG-Fondsvolumen einen Wert von 1,1 Billionen EUR. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von über 50%. Die hier geforderte Nachhaltigkeit wird heute schon an die Erfüllung und Nachweisbarkeit von Nachhaltigkeitskriterien geknüpft.

Indem Sie sich heute schon konform der Regularien aufstellen, legt Ihr Unternehmen die Grundlage für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Es sichert sich die Berücksichtigung bei Ausschreibungen und erhöht die eigene Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt.

Wenn Sie mit uns zusammen arbeiten, haben Sie folgende Herausforderungen erledigt:

  • Pflicht zum nicht-finanziellen Reporting nach Richtlinien der EU
  • Pflicht zur digitalen Erhebung und Auslesbarkeit der ESG Daten nach Richtlinien der EU
  • Konformität mit der CSRD der EU
  • Konformität mit den Standards der GRI
  • Konformität mit den Nachhaltigkeitszielen der UN
  • Ständige Auskunftsfähigkeit bei Ausschreibungen
  • Auf Wunsch

Lassen Sie uns besprechen, wie unsere ESG Softwarelösung arbeitet und wie sie genau bei Ihnen eingesetzt werden kann.

Ich freu mich auf Ihren Kontakt: c.scheubel@cubemos.com.

Wer mehr über die Hintergründe von den ESG Richtlinien der UN, den Reporting Standards der GRI und der Gesetzgebung in der EU erfahren möchte, kann in unserem Knowledge-Blog mehr erfahren: https://blog.cubemos.com/esg-compliance